Allianz Index Select – indexorientierte Rentenversicherung…
27.11.2011, Allgemein, Altersvorsorgemit Sicherungsmechanismen und hoher Flexibilität. Produktdetailbeschreibung:
Im Rahmen einer Basis-Rente, Riester-Rente, Privat-Rente oder einer Direktversicherung bietet die Allianz ihr Produkt „Index Select“ an.
Was ist das Produkt nicht?
Es ist keine fondsgebundene Rentenversicherung
Es ist kein Direkt- Investment der investierten Kundengelder in einen Index
Wie funktioniert die Index-Select?
1. Der Kunde kann jährlich zum vereinbarten Stichtag wählen, ob er für die nächsten 12 Monate die sichere Verzinsung der Allianz haben möchte oder ob er eine Partizipation am Euro Stoxx 50 wünscht. Wie-funktioniert-die-Allianz-Index-Select
2. Wenn der Kunde die Partizipation am Euro Stoxx 50 wünscht gilt folgendes:
a. Die Kundengelder (Beiträge und jährlich eingeloggte, also gesicherte Gewinne) verbleiben im Deckungsstock der Allianz, werden also nicht direkt im Euro Stoxx 50 investiert.
b. Die Allianz schreibt zu den jeweiligen Stichtagen gegenüber Finanzinstituten (anderen Bankhäusern) ein Angebot aus, welches da lautet:
i. Du, Finanzinstitut erhältst eine Summe x (sehr wahrscheinlich eine Summe die einem Anteil der Überschußdeklaration des jeweiligen Jahres entspräche).
ii. Monatlich wird die Veränderung des Euro Stoxx 50 bis zu einer vereinbarten Höchstgrenze (CAP) gut geschrieben und am Ende des Indexjahres addiert. Wenn der Euro Stoxx 50 in einem Monat stärker steigt als der CAP, bleibt die über den CAP hinausgehende Steigerung in der Addition zum Ende der 12 Monate unberücksichtigt.
iii. Nach 12 Monaten werden die Monatsergebnisse addiert. Ergebnismöglichkeiten:
1. Jeden Monat hat der Euro Stoxx 50 4% erzielt, dann hat das Finanzinstitut der Allianz für den Kunden 48% (12 x 4%) für dieses eine Stichtagsjahr gut zuschreiben (möglich, aber nach allen Regeln der Wahrscheinlichkeitsrechnung unwahrscheinlich).
2. Es gab ein auf und ab, so dass am Ende z.B. 5% oder 25% für das Stichtagsjahr rauskommen.
Dies hat das Finanzinstitut der Allianz für den Kunden gut zuschreiben.
3. Es gab ein auf und ab und am Ende kommenden -50% raus. Dann hat das Finanzinstitut der Allianz nichts zurück zu zahlen, dem Kunden wird für dieses Stichtagsjahr dann 0,0% gutgeschrieben.
Wer ist der Garantiegeber?
NICHT das Finanzinstitut, welches für max. 12 Monaten die ergebene Indexperformance, wie im Artikel beschrieben abzubilden hat. Sondern Garantiegeber für den Kunden ist die Allianz Leben. Insbesondere trägt der Kunde bei der Index Select nicht das Emittentenausfallrisiko der Optionen, die die Allianz für die eigene Absicherung der Indexpartizipation kauft. Für den Kunden allein ist die Bestimmung des Caps! (s.a. § 2 (2) c) der aktuellen Bedingungen – E24) ausschlaggebend.Deshalb sind auch Details des Optionskaufs jenseits des Caps (und der Monatsstichtage) wie z.B.
“Wer ist der Emittent der aktuellen Indexoptionen?” für den Kunden finanztechnisch nicht relevant.
Welchen wesentlichen Vorteil hat das Produkt Index-Select gegenüber Fonds- und sonstigen Indexpolicen…., aber auch klassischen Rentenversicherungen?
- Wenn in einem Jahr der Euro Stoxx 50 um z.B. 30% zum nächsten Stichtag des Index-Vertrages fällt, dann hat der Kunde 0,0% gut geschrieben bekommen UND beginnt im neuen Stichtagsjahr auf diesem niedrigen Niveau des Euro Stoxx 50, wenn er möchte, er kann ja auch die jährlich sichere Verzinsung der Allianz wählen. Wenn bei einer sonstigen Fondspolice dies geschieht, braucht der Kunde zumeist Jahre, um den alten Stand wieder zu erreichen. Die Kosten in fondsgebundenen Policen für Garantien (Höchststandsgarantien oder Zinsgarantien oder Kapitalgarantien), wenn angeboten müssen teuer erkauft werden.
- Gegenüber allen Policenarten: Die enorme Flexibilität. Sowohl in der Ansparphase, wie in der Rentenphase kann der Kunden Gelder (bis auf einen Sockelbetrag) entnehmen (gilt für die Privatrente).
- Die Sicherheit: Für Sie ist das ganze Produkt dann eine runde Sache, wenn Sie es schätzen, dass durch die Absicherungsmechanismen in Jahren wo der Euro Stoxx 50 Verluste erleidet, Sie diese nicht tragen müssen.
Welche Kosten hat die Index-Select?
Der Versicherer beschreibt stets in seinen Angeboten die Gesamtkostenquote des Vertrages. Diese liegt zumeist zwischen 0,94 und 1,14%. Zu finden zwischen den Seiten 17 und 22 eines VVG-konformen Angebotes. Je nachdem ob das Angebot mit Beitragsfreistellung bei BU (wenn, dann schon das Bedingungswerk „ BU-PLUS“) oder ohne berechnet wurde. (Bitte eine BU-Rente immer vom Sparvertrag trennen!).
Wie wirken sich die Kosten trotz der Sicherungsstruktur konkret auf die Leistungen aus – Ein Vergleich?
Wir haben einmal das Produkt Index-Select verglichen mit einem Online gern genannten Versicherer, der Cosmos Direkt (Tarif CFR, fondsgebundene Rentenversicherung), ONLINE berechnet am 28.10.2011. Folgende Kriterien liegen dem bespielhaften Vergleich zugrunde: Mann, Jahrgang 1987, Nichtraucher, Laufzeit 41 Jahre, Beginn 1.12.2011, 80 Euro Monatsbeitrag, keine Zusatzversicherungen, 10 Jahre Rentengarantiezeit, Werte nach Kosten
Variante 1: 0,00 % konstante Wertentwicklung (was ja durch das jährliche Gewinnsicherungssystem der Index-Select faktisch nicht möglich ist). Garantierte mtl. Mindestrente Allianz: 145,44 Euro, Cosmos: 144,36 Euro – einmaliges Gesamtkapital Allianz: 39.360 Euro, Cosmos: 39.345 Euro
Variante 2: 6,00 % konstante Wertentwicklung Monatliche Gesamtrente (inkl. nicht garantierter Überschüsse) – Allianz: 574,91 Euro, Cosmos: 555,85 Euro – einmaliges Gesamtkapital (inkl. nicht garantierter Überschüsse) Allianz: 122.128 Euro, Cosmos: 151.490 Euro.
FAZIT:
Wenn der Euro Stoxx 50 sich jährlich gleichbleibend mit 0,00% entwickeln würde (mathematisch unwahrscheinlich), bietet die Allianz Index-Select bessere Leistungen.
Wenn der Euro Stoxx 50 sich jährlich linear um z.B. 6% entwickeln würde (mathematisch unwahrscheinlich), bietet die fondsgebundene Rentenversicherung der Cosmos eine bessere Gesamtablaufleistung (Privatrente).
Wenn der Euro Stoxx 50 sich z.B. entwickeln würde, wie in den letzten 12 Jahren (Herbst 1999 – Herbst 2011) wären die Anleger sehr nah an einer 0,00% Wertentwicklung (vor Kosten) im Gesamtergebnis!, aber nicht im Ergebnis der einzelnen Jahre, diese schwanken ja, wie wir alle wissen, beträchtlich. Dann wäre die Allianz Index-Select besser, bedingt auch aus dem Gewinnsicherungssystem, die die (zwar geringeren) Erträge der positiven Jahre sichern.
WICHTIG, als kleiner Einschub: Wer eine reine fondsgebundene Rentenversicherung…
…meint wählen zu wollen, muß sich genau überlegen welche Leistungen er zur Entscheidungsgrundlage wählt (Rentengarantiezeit, Wertentwicklungsszenarien (von 0,00% oder eher 3%, oder 6%, oder eher -10% …) Fondsauswahl, Rentenbezugsform (dynamisch, teildynamisch, flexibel, konstant) Garantiewerte, Qualität der Zusatzversicherungen (BU) usw. Unter all diesen Aspekten kommen bei professionellen Marktvergleichen (gibt es nur Offline) immer wieder andere Anbieter unter die besten fünf Versicherer. Wir bieten für die Kostenanalyse eine Berechnung an, um auch die indirekten Kosten zu ermitteln. Dafür benötigen wir
- Illustrierte Ablaufleistung gemäß Modellrechnung
- Illustrationszins für Modellrechnung (nach Fondsmangementgebühren)
- Fondsbezogene Kosten (z.B. Fondsmanagementgebühr) in % p.a. (Veraltungsgebühren p.a., TER, Total Enpense Ratio (nicht in der Modellrechnung enthalten, entweder in den Bedingungen oder beim Versicherer nachfragen)
- Laufzeit in Jahren
- Beitrag gemäß Zahlungsweise
- Zahlungsweise
Was könnten Sie bei der Allianz Index Select als nachteilig ansehen?
Wenn es z.B. eine lineare, kontinuierliche positive Wertentwicklung über die gesamte Vertragslaufzeit geben würde, denn dann wäre die Sicherung des Kapital überflüssig und die Kosten dafür nicht nötig aufzubringen. Gab es diese Situation schon einmal historisch – Kurz und knapp nein und in den Jahren mit positiver Wertentwicklung erhält der Kunde nicht die Wertsteigerung des Euro Stoxx 50 1:1 abgebildet und die Dividendenzahlungen erfolgen nicht auf das Kundenkonto, da bei diesem Produkt der Kursindex, nicht der Performanceindex gewählt wurde.
Wichtig: Das Emittentenausfallrisiko
Seit der Krise 2008/9 ist dieses Risiko auch bei den Privatanlegern konkret und öffentlich angekommen.
Alle Anlageprodukte, die mit einer Absicherungsgarantie arbeiten, haben ein Emittenausfallrisiko. Bei der Allianz Index-Select ist der Garantiegeber die Allianz. Unter Berücksichtigung des Stichtags, der CAP Regel etc. hat das für jeweils 12 Monate von der Allianz ausgewählte Finanzinstitut ab Stichtag die Performance des Euro Stoxx 50 nachzubilden. Hinsichtlich des Emittenausfallrisikos muß also, was die Nachbildung der Entwicklung des Euro Stoxx 50 betrifft, zunächst das beauftrage Finanzinstitut, welches bei einer positiven Wertentwicklung die Gutschrift zu leisten hat, ausfallen. Dann müssen die Absicherungen des eigentlichen Garantiegebers Allianz nicht mehr ausreichen und die Allianz Leben muß als Emittent ausfallen. Rückblickend läßt sich anmerken, dass die Allianz zu den bilanzstärksten Versicherern am Versicherungsmarkt zählt (AA Rating von Standard and Poors).
Ob Sie dieses Risiko eingehen möchten oder eher im Rahmen einer fondsgebundenen Rentenversicherung für sich die rechtstechnischen Vorteile des Sicherungsheitsaspektes des Sondervermögens besser finden, müssen Sie entscheiden.
Abschließend: Bitte in Beratungen (bei allen Versicherern) für Direktversicherungen und Basisrenten immer die Rabattmöglichkeiten erfragen!. Ich hoffe, der Artikel dient einigen zum besseren Verständnis einer interessanten Produktart. Fragen? – einfach melden. Angebot gewünscht – bitte anrufen um Details zu klären.